Guten Tag, danke, bitte
Grüßen, danken, bitten üben, wie ein Rollenspiel zu zweit: Höflichkeit wird geübt, bevor sie gelebt wird.
Was die Aktivität fördert
Dem Kind die Worte und Gesten des Miteinanders geben: grüßen, danken, bitten, sich entschuldigen. Im Montessori-Klassenzimmer heißt das Anmut und Höflichkeit, und wie alles andere wird es GEÜBT: in kleinen gespielten Szenen, außerhalb der echten Situation, wenn nichts auf dem Spiel steht.
Das Material
- Kein Material: zwei Personen und ein beliebiger Gegenstand zum Weiterreichen
- Ein ruhiger, bewusst gewählter Moment, niemals eine Lektion in der Öffentlichkeit nach einem Vergessen
- Ein Kuscheltier oder eine Handpuppe, falls das Spiel zu zweit einschüchtert
Schritt für Schritt
- Schlagen Sie das Spiel vor: «wir spielen jetzt, dass wir uns begrüßen». Klopfen Sie an die eingebildete Tür, treten Sie ein, schauen Sie es an: «Guten Tag!», und warten Sie auf seinen Gruß.
- Tauschen Sie die Rollen: jetzt tritt es ein und grüßt.
- Spielen Sie die Bitte: es möchte den Gegenstand, den Sie in der Hand halten; zeigen Sie den ganzen Satz, «gibst du ihn mir bitte?», dann reichen Sie den Gegenstand weiter und sagen «danke».
- Wiederholen Sie die Szene mehrmals mit vertauschten Rollen: es ist eine Theaterprobe, keine Prüfung.
- Eine Szene pro Tag genügt: morgen «entschuldigung», um an jemandem vorbeizugehen, ein andermal warten, bis man an der Reihe ist.
Die Rolle der Eltern
Genau darin liegt das Geheimnis: geübt wird AUSSERHALB der echten Situationen. Der Bäckerin gegenüber «sag doch danke!» einzuflüstern beschämt und lehrt nichts; derselbe Satz, am Vortag im Spiel geübt, kommt eines Tages von selbst heraus, und dann gehört er ihm. Sie sind das erste Material: das Kind wird grüßen, so wie es Sie grüßen hört.
Sicherheit
Keine Gefahr. Achten Sie nur darauf, das Spiel niemals zur Dressur zu machen: keine Belohnung, kein betontes «sehr gut!», die gelungene Szene ist ihre eigene Belohnung.
Sie allein beurteilen, was zu Ihrem Kind passt. Diese Aktivitäten dienen der Bildung und dem Spiel: sie ersetzen weder ärztlichen Rat noch die Begleitung durch eine Fachkraft für frühkindliche Entwicklung.
So passen Sie die Aktivität an
- Leichter: die Rollen von zwei Kuscheltieren spielen lassen, das Kind schaut zu und ahmt seines dann nach.
- Schwieriger: die Szene zu dritt, warten, bis zwei Personen zu Ende gesprochen haben.
- Zum Weitermachen: jemandem im Haus eine echte Nachricht überbringen, klopfen, grüßen, ausrichten, danken.
Als Nächstes
Weitere Aktivitäten für ein Kind von 2-3 Jahre.
Körner umschütten
Die Aktivität schlechthin: zwei Kannen, ein paar Körner, und eine Bewegung, die das Kind hundertmal wiederholt.
Den Schwamm ausdrücken
Wasser von einer Schale in die andere bringen, indem man einen Schwamm ausdrückt. Einfach, nass, unwiderstehlich.
Nach Farben sortieren
Jeder Deckel findet zu seiner Familie. Die erste echte Sortierarbeit.
Auf- und zuschrauben
Drei Gläser, drei Deckel, und eine Drehbewegung des Handgelenks, die erobert werden will.
Krümel zusammenkehren
Ein Handfeger, eine Kehrschaufel, und der Stolz, sein Missgeschick selbst in Ordnung zu bringen.
Sockenpaare finden
Der Wäschekorb wird zum Suchspiel, und Sie bekommen sortierte Wäsche zurück.
Wasser eingießen
Zwei kleine Kannen, etwas Wasser, und die Bewegung, die stolz macht: eingießen, ohne zu verschütten.
Die Formenbox
Ein Kreis, ein Quadrat, ein Dreieck und drei Schlitze: jede Form passt nur in ihren eigenen.
Die Bilder benennen
Ein paar Karten mit Tieren oder Dingen und die Drei-Stufen-Lektion, die die Wörter wirklich verankert.
Hände waschen
Ein ganzes Ritual mit Schüssel, Seife und Handtuch: der erste große vollständige Ablauf, den das Kind allein von Anfang bis Ende durchführt.
Eine Mandarine schälen
Anstechen, ziehen, die Spalten trennen und essen, was man selbst zubereitet hat: praktisches Leben, das nach etwas schmeckt.
Gegenstände und ihre Bilder
Den echten Löffel auf sein Foto legen: die Brücke zwischen Dingen und Bildern.
Riegel und Verschlüsse
Riegel, Haken, Kette, Schloss: alles, was das Haus verschließt, auf einem Brett zum Erkunden.
Seine Schuhe anziehen
Hinsetzen, zielen, die Ferse hineinschieben, schließen: aus eigener Kraft aus dem Haus gehen.
Die Sprühflasche
Den Abzug einer Sprühflasche drücken und Pflanzen besprühen: die Hand trainiert für das Schreiben.
Groß und klein sortieren
Zwei Körbchen, ein Stapel Gegenstände, eine einzige Frage: groß oder klein?
Den Mantel ganz allein anziehen
Der Mantel liegt verkehrt herum am Boden, die Arme in die Ärmel, und schwupp, er kommt über den Kopf.
Viel und nur eins
Eine volle Schale, eine Schale mit nur einer Nuss: die allererste Vorstellung von Menge.
Die Aufkleber
Einen Aufkleber ablösen und auf einen gezeichneten Kreis kleben: der Zangengriff formt sich.