Vögel füttern
Körner in ein Futterhäuschen, und das Warten, das schon der schönste Teil ist.
Vögel füttern ist eine Montessori-Aktivität für die Altersstufe 18 Monate-2 Jahre. Bereich: Die Welt entdecken. Dauer: 10 Min.
Was die Aktivität fördert
Für ein Lebewesen sorgen, das einem nicht gehört, und entdecken, dass ein Wildtier kommt, wenn man es in Ruhe lässt.
Das Material
- Ein einfaches Futterhäuschen, oder eine aufgehängte halbe Plastikflasche
- Vogelfutter aus dem Handel
- Ein kleiner Krug oder Becher, kindgerecht, zum Transportieren der Körner
- Ein Fensterbrett, ein Balkon oder ein erreichbarer Ast
Schritt für Schritt
- Schütten Sie die Körner vor seinen Augen langsam in den Becher.
- Tragen Sie den Becher gemeinsam zum Futterhäuschen, es hält ihn selbst.
- Zeigen Sie, wie man in einer Bewegung schüttet, dann lassen Sie es machen.
- Gehen Sie sofort beide wieder hinein und stellen Sie sich hinter die Scheibe.
- Warten Sie. Der erste Vogel kommt manchmal erst nach mehreren Tagen.
- Wiederholen Sie die Bewegung jeden Tag zur gleichen Zeit, die Regelmäßigkeit lockt die Vögel an.
Die Rolle der Eltern
Das Warten gehört zur Aktivität, füllen Sie es nicht mit Worten. Die Fehlerkontrolle ist hier perfekt und liegt nicht bei Ihnen: Wer sich hinter der Scheibe bewegt, zu dem kommt kein Vogel. Das Kind versteht das nach ein paar Tagen, ohne dass man es sagen muss.
Sicherheit
Trockene Körner landen in Mund und Nase: Bleiben Sie beim Transport daneben und lagern Sie die Packung außer Reichweite. Füttern Sie die Vögel nicht von einem ungesicherten Fenster aus, und waschen Sie nach jedem Befüllen die Hände. Im Sommer ersetzt eine Schale mit sauberem Wasser die Körner mit Vorteil.
Sie allein beurteilen, was zu Ihrem Kind passt. Diese Aktivitäten dienen der Bildung und dem Spiel: sie ersetzen weder ärztlichen Rat noch die Begleitung durch eine Fachkraft für frühkindliche Entwicklung.
So passen Sie die Aktivität an
- Leichter: Sie füllen, es schaut durchs Fenster zu.
- Schwieriger: es trägt den vollen Krug ein paar Meter, ohne etwas zu verschütten.
- Zum Weitermachen: im Winter einen Meisenknödel hinzufügen und beobachten, welcher Vogel was bevorzugt.
Als Nächstes
Weitere Aktivitäten für ein Kind von 18 Monate-2 Jahre.
Mit dem Löffel umfüllen
Zwei Schalen, ein Löffel, ein paar Kichererbsen: die erste große Baustelle der Selbstständigkeit.
Wäscheklammern am Korb
Klemmen, anstecken, abnehmen: drei Finger, die für das spätere Schreiben arbeiten.
Der geheimnisvolle Beutel
Einen Gegenstand nur durch Betasten erkennen, ohne ihn zu sehen. Ein kleiner Zaubertrick des Tastsinns.
Eine Pflanze gießen
Eine echte Verantwortung, die schon ein Kind von achtzehn Monaten übernehmen kann.
Der Korb mit echten Dingen
Fünf Dinge aus dem Haushalt in einem Korb, und auf jedes ein einziges genaues Wort.
Ringe auf den Stab stecken
Zielen, aufschieben, loslassen: die erste genaue Bewegung, mit einem schönen Geräusch am Ende.
Der Schatzkorb
Ein Korb mit echten Dingen zum freien Erkunden, mit Händen und Mund: die allererste sinnliche Entdeckung.
Boxen öffnen und schließen
Schachteln und Fläschchen aller Art, zum Öffnen und wieder Verschließen: jeder Deckel verlangt eine andere Bewegung.
Die Plättchen-Spardose
Dicke Plättchen einzeln durch den Schlitz einer Dose stecken und sie beim Öffnen wiederfinden: ein Klassiker mit Suchtpotenzial.
Ein Bilderbuch mit echten Fotos
Echte Fotos, ein Erwachsener ganz für sich: die Wörter setzen sich im Schoß fest.
Die eigene Wäsche in den Korb legen
Socken in den Korb, jeden Abend: die erste echte Aufgabe, in Kinderhöhe.
Der erste Steckeinsatz
Ein Puzzle mit nur einem runden Teil und großem Knopf: der Kreis passt, oder passt nicht.
Seinen Stuhl tragen
Den kleinen Stuhl mit beiden Händen tragen und geräuschlos absetzen: der ganze Körper lernt Beherrschung.
Die Permanenzbox
Der Ball verschwindet im Loch und taucht in der Schublade wieder auf: das Rätsel der Dinge, die zurückkehren.
Fingerspiele singen
Dieselben Lieder, dieselben Gesten, jeden Tag: die Musik, die den Wörtern ihren Platz gibt.
Würfel stapeln
Einen Würfel auf den anderen legen und loslassen, ohne alles umzuwerfen: die Hand lernt Behutsamkeit.
Ein Tablett tragen
Ein Tablett mit beiden Händen tragen, ein kurzer Weg, ein Glas, das nicht kippen darf.
Die Matte ausrollen
Eine kleine Matte ausrollen, darauf arbeiten, sie aufrollen und wegräumen: der Rahmen für alles Weitere.
Die Einsatzzylinder
Zylinder in verschiedenen Größen, für jeden nur ein passendes Loch: das Holz lügt nicht.
Die Körperteile zeigen
Wo ist deine Nase, wo ist dein Ellbogen: die Körperwörter kommen über den berührenden Finger.
Allein aus dem Glas trinken
Ein echtes kleines Glas, nur wenig gefüllt, und der Stolz, wie die Großen zu trinken.
Einen Ball rollen lassen
Ein Ball, der rollt und zurückkommt: der erste Austausch zu zweit, ganz ohne Worte.
Tierlaute nachahmen
Die Kuh macht muh, die Katze macht miau: So kommen oft die ersten Wörter.
Die Schüttelinstrumente
Ein Glöckchen, Maracas, ein Tamburin: entdecken, dass eine Geste einen Klang erzeugt.
Einen Reißverschluss öffnen
Den Schieber greifen und mit einem festen Zug öffnen: die Geste für Jacken und Federmäppchen.
Der Korb der Natur
Ein Tannenzapfen, Rinde, ein glatter Kiesel: die Natur zieht ein und bekommt einen Namen.
Wasser, Sand und Erde berühren
Drei Schalen, drei Materialien, zehn Finger: die erste Wissenschaftsstunde findet über die Haut statt.
Den Geräuschen von draußen lauschen
Ein offenes Fenster, zwei Minuten Stille, und die Welt fängt an zu sprechen.
Kräuter riechen
Zerriebene Minze zwischen zwei Fingern: ein Geruch, den es sein Leben lang wiedererkennt.
Barfuß über drei Böden gehen
Gras, Sand, Fliesen: der Fuß entdeckt, dass der Boden nicht überall gleich ist.
Dem Regen beim Fallen zusehen
Ein Regentag, eine Fensterscheibe, und Wasser, das kleine Wege zeichnet.