Dem Regen beim Fallen zusehen
Ein Regentag, eine Fensterscheibe, und Wasser, das kleine Wege zeichnet.
Dem Regen beim Fallen zusehen ist eine Montessori-Aktivität für die Altersstufe 18 Monate-2 Jahre. Bereich: Die Welt entdecken. Dauer: 5-10 Min.
Was die Aktivität fördert
Ein Naturphänomen von Anfang bis Ende beobachten, und erste Wörter für das Wetter finden.
Das Material
- Ein Regentag
- Ein Fenster in seiner Höhe, oder ein stabiler Tritthocker
- Eventuell ein Glas, das vor dem Regen draußen aufgestellt wurde
Schritt für Schritt
- Stellen Sie Ihr Kind vor das Fenster, auf Augenhöhe.
- Schauen Sie schweigend mit ihm eine lange Weile hin.
- Verfolgen Sie einen einzigen Tropfen auf der Scheibe mit dem Finger, von oben nach unten.
- Lassen Sie es versuchen, seinen zu verfolgen, anfangs oft mit der ganzen Handfläche.
- Benennen Sie einmal: « der Regen ».
- Haben Sie ein Glas draußen aufgestellt, holen Sie es danach gemeinsam und betrachten Sie das Wasser darin.
Die Rolle der Eltern
Hier gibt es nichts zu tun, und genau das fällt Erwachsenen schwer. Lange dasselbe anzusehen ist in diesem Alter eine echte Leistung. Das gefüllte Glas ist die Fehlerkontrolle des Tages: Es zeigt ohne ein Wort, dass der Regen wirklich etwas füllt.
Sicherheit
Ein Tritthocker vor einem Fenster braucht ständig eine Erwachsenenhand. Öffnen Sie das Fenster für diese Aktivität nicht, die Scheibe genügt. Holen Sie das Glas gemeinsam draußen, und trocknen Sie sich sofort danach ab.
Sie allein beurteilen, was zu Ihrem Kind passt. Diese Aktivitäten dienen der Bildung und dem Spiel: sie ersetzen weder ärztlichen Rat noch die Begleitung durch eine Fachkraft für frühkindliche Entwicklung.
So passen Sie die Aktivität an
- Leichter: zehn Sekunden Hinschauen, nicht mehr, und später wiederkommen.
- Schwieriger: unter einem Vordach nach draußen gehen, die Hand ausstrecken, die Tropfen spüren.
- Zum Weitermachen: am nächsten Tag gemeinsam die Pfützen anschauen, und dann zusehen, wie sie in der Sonne verschwinden.
Als Nächstes
Weitere Aktivitäten für ein Kind von 18 Monate-2 Jahre.
Mit dem Löffel umfüllen
Zwei Schalen, ein Löffel, ein paar Kichererbsen: die erste große Baustelle der Selbstständigkeit.
Wäscheklammern am Korb
Klemmen, anstecken, abnehmen: drei Finger, die für das spätere Schreiben arbeiten.
Der geheimnisvolle Beutel
Einen Gegenstand nur durch Betasten erkennen, ohne ihn zu sehen. Ein kleiner Zaubertrick des Tastsinns.
Eine Pflanze gießen
Eine echte Verantwortung, die schon ein Kind von achtzehn Monaten übernehmen kann.
Der Korb mit echten Dingen
Fünf Dinge aus dem Haushalt in einem Korb, und auf jedes ein einziges genaues Wort.
Ringe auf den Stab stecken
Zielen, aufschieben, loslassen: die erste genaue Bewegung, mit einem schönen Geräusch am Ende.
Der Schatzkorb
Ein Korb mit echten Dingen zum freien Erkunden, mit Händen und Mund: die allererste sinnliche Entdeckung.
Boxen öffnen und schließen
Schachteln und Fläschchen aller Art, zum Öffnen und wieder Verschließen: jeder Deckel verlangt eine andere Bewegung.
Die Plättchen-Spardose
Dicke Plättchen einzeln durch den Schlitz einer Dose stecken und sie beim Öffnen wiederfinden: ein Klassiker mit Suchtpotenzial.
Ein Bilderbuch mit echten Fotos
Echte Fotos, ein Erwachsener ganz für sich: die Wörter setzen sich im Schoß fest.
Die eigene Wäsche in den Korb legen
Socken in den Korb, jeden Abend: die erste echte Aufgabe, in Kinderhöhe.
Der erste Steckeinsatz
Ein Puzzle mit nur einem runden Teil und großem Knopf: der Kreis passt, oder passt nicht.
Seinen Stuhl tragen
Den kleinen Stuhl mit beiden Händen tragen und geräuschlos absetzen: der ganze Körper lernt Beherrschung.
Die Permanenzbox
Der Ball verschwindet im Loch und taucht in der Schublade wieder auf: das Rätsel der Dinge, die zurückkehren.
Fingerspiele singen
Dieselben Lieder, dieselben Gesten, jeden Tag: die Musik, die den Wörtern ihren Platz gibt.
Würfel stapeln
Einen Würfel auf den anderen legen und loslassen, ohne alles umzuwerfen: die Hand lernt Behutsamkeit.
Ein Tablett tragen
Ein Tablett mit beiden Händen tragen, ein kurzer Weg, ein Glas, das nicht kippen darf.
Die Matte ausrollen
Eine kleine Matte ausrollen, darauf arbeiten, sie aufrollen und wegräumen: der Rahmen für alles Weitere.
Die Einsatzzylinder
Zylinder in verschiedenen Größen, für jeden nur ein passendes Loch: das Holz lügt nicht.
Die Körperteile zeigen
Wo ist deine Nase, wo ist dein Ellbogen: die Körperwörter kommen über den berührenden Finger.
Allein aus dem Glas trinken
Ein echtes kleines Glas, nur wenig gefüllt, und der Stolz, wie die Großen zu trinken.
Einen Ball rollen lassen
Ein Ball, der rollt und zurückkommt: der erste Austausch zu zweit, ganz ohne Worte.
Tierlaute nachahmen
Die Kuh macht muh, die Katze macht miau: So kommen oft die ersten Wörter.
Die Schüttelinstrumente
Ein Glöckchen, Maracas, ein Tamburin: entdecken, dass eine Geste einen Klang erzeugt.
Einen Reißverschluss öffnen
Den Schieber greifen und mit einem festen Zug öffnen: die Geste für Jacken und Federmäppchen.
Der Korb der Natur
Ein Tannenzapfen, Rinde, ein glatter Kiesel: die Natur zieht ein und bekommt einen Namen.
Wasser, Sand und Erde berühren
Drei Schalen, drei Materialien, zehn Finger: die erste Wissenschaftsstunde findet über die Haut statt.
Den Geräuschen von draußen lauschen
Ein offenes Fenster, zwei Minuten Stille, und die Welt fängt an zu sprechen.
Kräuter riechen
Zerriebene Minze zwischen zwei Fingern: ein Geruch, den es sein Leben lang wiedererkennt.
Barfuß über drei Böden gehen
Gras, Sand, Fliesen: der Fuß entdeckt, dass der Boden nicht überall gleich ist.
Vögel füttern
Körner in ein Futterhäuschen, und das Warten, das schon der schönste Teil ist.