Der Korb der Natur
Ein Tannenzapfen, Rinde, ein glatter Kiesel: die Natur zieht ein und bekommt einen Namen.
Der Korb der Natur ist eine Montessori-Aktivität für die Altersstufe 18 Monate-2 Jahre. Bereich: Die Welt entdecken. Dauer: 5-10 Min.
Was die Aktivität fördert
Naturmaterial mit der Hand kennenlernen, bevor man es benennt, und den ersten Wortschatz der Natur aufbauen.
Das Material
- Ein flacher Korb, am besten aus Weide
- Vier oder fünf draußen gesammelte Naturstücke: Tannenzapfen, Rinde, glatter Kiesel, großes Blatt, leeres Schneckenhaus
- Ein Tuch, auf das der Korb gestellt wird
Schritt für Schritt
- Sammeln Sie die Stücke gemeinsam bei einem Spaziergang, das gehört schon zur Aktivität.
- Waschen und trocknen Sie zu Hause, was es braucht, und legen Sie alles in den Korb.
- Setzen Sie sich neben Ihr Kind, nehmen Sie einen einzigen Gegenstand heraus, drehen Sie ihn langsam in den Händen, ohne zu sprechen.
- Legen Sie ihn zurück und lassen Sie Ihr Kind dasselbe tun, in seinem Tempo.
- Hält es einen Gegenstand, benennen Sie ihn einmal, einfach: « der Tannenzapfen ».
- Räumen Sie gemeinsam auf, jeder Gegenstand kehrt in den Korb zurück.
Die Rolle der Eltern
Widerstehen Sie dem Drang, alles auf einmal zu benennen. Ein Gegenstand, ein Wort, und erst wenn es ihn schon in der Hand hält. Eine Fehlerkontrolle gibt es hier nicht, es ist eine Entdeckungsaktivität: Es gibt also nichts zu korrigieren, und vor allem nichts, wobei man scheitern kann.
Sicherheit
Ein Tannenzapfen bröckelt, ein Schneckenhaus kann in scharfkantige Stücke zerbrechen. Wählen Sie große Stücke, prüfen Sie sie vorher, und bleiben Sie während der ganzen Aktivität daneben. Nichts, das kleiner ist als eine Klopapierrolle, bei einem Kind, das noch alles in den Mund steckt.
Sie allein beurteilen, was zu Ihrem Kind passt. Diese Aktivitäten dienen der Bildung und dem Spiel: sie ersetzen weder ärztlichen Rat noch die Begleitung durch eine Fachkraft für frühkindliche Entwicklung.
So passen Sie die Aktivität an
- Leichter: nur zwei Gegenstände, die sich sehr unterschiedlich anfühlen.
- Schwieriger: jede Woche einen neuen Gegenstand hinzufügen und ihn Ihnen zeigen lassen, welcher gerade angekommen ist.
- Zum Weitermachen: den ganzen Korb mit jeder Jahreszeit wechseln, es gibt nie dieselben Schätze.
Als Nächstes
Weitere Aktivitäten für ein Kind von 18 Monate-2 Jahre.
Mit dem Löffel umfüllen
Zwei Schalen, ein Löffel, ein paar Kichererbsen: die erste große Baustelle der Selbstständigkeit.
Wäscheklammern am Korb
Klemmen, anstecken, abnehmen: drei Finger, die für das spätere Schreiben arbeiten.
Der geheimnisvolle Beutel
Einen Gegenstand nur durch Betasten erkennen, ohne ihn zu sehen. Ein kleiner Zaubertrick des Tastsinns.
Eine Pflanze gießen
Eine echte Verantwortung, die schon ein Kind von achtzehn Monaten übernehmen kann.
Der Korb mit echten Dingen
Fünf Dinge aus dem Haushalt in einem Korb, und auf jedes ein einziges genaues Wort.
Ringe auf den Stab stecken
Zielen, aufschieben, loslassen: die erste genaue Bewegung, mit einem schönen Geräusch am Ende.
Der Schatzkorb
Ein Korb mit echten Dingen zum freien Erkunden, mit Händen und Mund: die allererste sinnliche Entdeckung.
Boxen öffnen und schließen
Schachteln und Fläschchen aller Art, zum Öffnen und wieder Verschließen: jeder Deckel verlangt eine andere Bewegung.
Die Plättchen-Spardose
Dicke Plättchen einzeln durch den Schlitz einer Dose stecken und sie beim Öffnen wiederfinden: ein Klassiker mit Suchtpotenzial.
Ein Bilderbuch mit echten Fotos
Echte Fotos, ein Erwachsener ganz für sich: die Wörter setzen sich im Schoß fest.
Die eigene Wäsche in den Korb legen
Socken in den Korb, jeden Abend: die erste echte Aufgabe, in Kinderhöhe.
Der erste Steckeinsatz
Ein Puzzle mit nur einem runden Teil und großem Knopf: der Kreis passt, oder passt nicht.
Seinen Stuhl tragen
Den kleinen Stuhl mit beiden Händen tragen und geräuschlos absetzen: der ganze Körper lernt Beherrschung.
Die Permanenzbox
Der Ball verschwindet im Loch und taucht in der Schublade wieder auf: das Rätsel der Dinge, die zurückkehren.
Fingerspiele singen
Dieselben Lieder, dieselben Gesten, jeden Tag: die Musik, die den Wörtern ihren Platz gibt.
Würfel stapeln
Einen Würfel auf den anderen legen und loslassen, ohne alles umzuwerfen: die Hand lernt Behutsamkeit.
Ein Tablett tragen
Ein Tablett mit beiden Händen tragen, ein kurzer Weg, ein Glas, das nicht kippen darf.
Die Matte ausrollen
Eine kleine Matte ausrollen, darauf arbeiten, sie aufrollen und wegräumen: der Rahmen für alles Weitere.
Die Einsatzzylinder
Zylinder in verschiedenen Größen, für jeden nur ein passendes Loch: das Holz lügt nicht.
Die Körperteile zeigen
Wo ist deine Nase, wo ist dein Ellbogen: die Körperwörter kommen über den berührenden Finger.
Allein aus dem Glas trinken
Ein echtes kleines Glas, nur wenig gefüllt, und der Stolz, wie die Großen zu trinken.
Einen Ball rollen lassen
Ein Ball, der rollt und zurückkommt: der erste Austausch zu zweit, ganz ohne Worte.
Tierlaute nachahmen
Die Kuh macht muh, die Katze macht miau: So kommen oft die ersten Wörter.
Die Schüttelinstrumente
Ein Glöckchen, Maracas, ein Tamburin: entdecken, dass eine Geste einen Klang erzeugt.
Einen Reißverschluss öffnen
Den Schieber greifen und mit einem festen Zug öffnen: die Geste für Jacken und Federmäppchen.
Wasser, Sand und Erde berühren
Drei Schalen, drei Materialien, zehn Finger: die erste Wissenschaftsstunde findet über die Haut statt.
Den Geräuschen von draußen lauschen
Ein offenes Fenster, zwei Minuten Stille, und die Welt fängt an zu sprechen.
Kräuter riechen
Zerriebene Minze zwischen zwei Fingern: ein Geruch, den es sein Leben lang wiedererkennt.
Barfuß über drei Böden gehen
Gras, Sand, Fliesen: der Fuß entdeckt, dass der Boden nicht überall gleich ist.
Dem Regen beim Fallen zusehen
Ein Regentag, eine Fensterscheibe, und Wasser, das kleine Wege zeichnet.
Vögel füttern
Körner in ein Futterhäuschen, und das Warten, das schon der schönste Teil ist.