Der Spaziergang auf Kinderhöhe
Fünfzig Meter in zwanzig Minuten: der langsamste und reichste Spaziergang.
Der Spaziergang auf Kinderhöhe ist eine Montessori-Aktivität für die Altersstufe 12-18 Monate. Bereich: Die Welt entdecken. Dauer: 15-20 Min.
Was die Aktivität fördert
Draußen in seinem eigenen Tempo und auf seiner Höhe erkunden, und dort verweilen, was es selbst wählt.
Das Material
- Eine sehr kurze, sichere Strecke, ein ruhiges Stück Gehweg oder ein Garten
- Weiche Schuhe, oder barfuß, wenn der Boden geprüft ist
- Zeit, und kein Ziel, das erreicht werden muss
Schritt für Schritt
- Gehen Sie ohne Kinderwagen hinaus, und ohne Ziel.
- Gehen Sie neben ihm her, in seinem Tempo, ohne ihm voraus zu sein.
- Wenn es stehen bleibt, bleiben Sie auch stehen, und gehen Sie in die Hocke, auf seine Höhe.
- Schauen Sie sich an, was es anschaut, ohne es zu drängen oder es sofort zu benennen.
- Kehren Sie auf sein Zeichen um, oder bevor es müde wird.
Die Rolle der Eltern
Das einzige Ziel ist, kein Ziel zu haben. Ein Kind, das zehn Minuten an einem Gullydeckel verbringt, leistet echte Beobachtungsarbeit. Müssen Sie irgendwo ankommen, ist das nicht diese Aktivität: nehmen Sie den Kinderwagen und heben Sie den Spaziergang für einen anderen Moment auf.
Sicherheit
Halten Sie seine Hand in der Nähe von Verkehr, und wählen Sie einen Ort ohne direkten Zugang zur Straße oder zu Wasser. Achten Sie darauf, was in den Mund wandert: Zigarettenstummel, Kot, Beeren, kleine Gegenstände am Boden. Waschen Sie nach der Rückkehr die Hände.
Sie allein beurteilen, was zu Ihrem Kind passt. Diese Aktivitäten dienen der Bildung und dem Spiel: sie ersetzen weder ärztlichen Rat noch die Begleitung durch eine Fachkraft für frühkindliche Entwicklung.
So passen Sie die Aktivität an
- Leichter: eine Runde durch den Garten, oder sogar den Flur des Hauses.
- Schwieriger: verschiedene Böden, Gras, Kies, ein sanftes Gefälle.
- Zum Weitermachen: einen einzigen Fund mitbringen und in den Naturkorb legen.
Als Nächstes
Weitere Aktivitäten für ein Kind von 12-18 Monate.
Allein mit dem Löffel essen
Eine schwere Schüssel, dickes Püree, und der Löffel kommt endlich an.
Die Socken ausziehen
Die allererste Anziehbewegung läuft umgekehrt: erst ausziehen, dann anziehen.
Den Arm in den Ärmel strecken
Sich zu zweit anziehen ist schon Anziehen: es streckt den Arm, Sie halten den Ärmel.
Ein Spielzeug in den Korb räumen
Ein Gegenstand, ein Korb, ein Platz: Aufräumen beginnt mit einer einzigen Sache.
Sich mit dem Waschlappen das Gesicht abwischen
Ein lauwarmer Waschlappen, ein Spiegel in seiner Höhe, und die erste Pflege, die es sich selbst gibt.
In den Mülleimer werfen
Das Papier zum Mülleimer tragen und hineinfallen lassen: eine ganze Mission.
Der Spiegel am Boden
Ein niedrig angebrachter Spiegel, an dem ein Kind lange entdeckt, dass dieses Gesicht sein eigenes ist.
Die Sinnesflasche
Wasser, Glitzer, ein festgeklebter Deckel: die Welt wird in einer Flasche langsamer.
Der Korb mit Stoffen
Seide, Wolle, Samt: die Hand lernt zu unterscheiden, noch bevor die Wörter da sind.
Kalt oder lauwarm
Zwei Waschlappen, zwei Temperaturen, und ein Gefühl, das benannt wird.
Auf Töpfe klopfen
Ein Holzlöffel, drei Töpfe, und das erste Orchester des Hauses.
Tücher aus der Schachtel ziehen
Eine Taschentuchbox, geknotete Tücher, und ein Ziehen ohne Ende.
Bälle in den Korb fallen lassen
Greifen ist leicht, im richtigen Moment loslassen ist eine eigene Lernaufgabe.
Becher ineinanderstecken
Drei Becher, drei Größen: der kleinste passt am Ende immer in den größten.
Pappseiten umblättern
Das Buch ist zuerst ein Gegenstand, dann eine Geschichte, und die Seite wird mit zwei Fingern umgeblättert.
Die Kugelröhre
Der Ball geht oben hinein, verschwindet, und kommt unten heraus: mechanische Magie, hundertmal zu wiederholen.
Eine Schublade öffnen und schließen
Eine niedrige Schublade, nur für es, mit immer demselben Inhalt.
Die Handlungen im Bad erzählen
Das Baden wird zur Wortschatzstunde, wenn man benennt, was man gerade tut.
Benennen, was man aus dem Fenster sieht
Nichts vorzubereiten: die Welt zieht am Fenster vorbei und wartet darauf, benannt zu werden.
Das Fotoalbum der Familie
Echte Fotos der Menschen, die es liebt, in einem Album, das es selbst öffnet.
Kuckuck mit dem Tuch
Das Gesicht verschwindet, das Gesicht kommt zurück: das Spiel, das zeigt, dass Verschwundenes wiederkommt.
Füllen und leeren
Der volle Eimer, der leere Eimer, und der unermüdliche Weg vom einen zum anderen.
Drinnen, draußen
Der Gegenstand geht in die Box, der Gegenstand kommt aus der Box: der erste Raumbegriff.
Der Korb mit Obst und Gemüse
Echtes Obst, schwer und duftend, lange vor dem Essen zum Wiegen in der Hand.